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Brustschmerzen: nicht immer ist es das Herz

Schmerzen in der Brust müssen nicht immer das Symptom einer Herzerkrankung und auch nicht immer lebensbedrohlich sein.

Trotzdem ernst nehmen

Da jeder Mensch Schmerzen anders wahrnimmt und mitteilt, ist es auch für einen erfahrenen Arzt nicht immer leicht die Ursache für Schmerzen in der Brust zu finden. Heftigkeit, Begleitsymptome und wie akut der Schmerz auftritt, zeigt ob eine lebensbedrohliche Situation besteht und unverzüglich ein Notarzt zu rufen ist.

Viele Patienten denken bei Brustschmerzen zuerst an Erkrankungen des Herzens. Allerdings sind diese Beschwerden in knapp der Hälfte aller Fälle auf die Muskulatur oder das Skelett zurückzuführen. Weitere Ursachen sind Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes. Nur ca. 10% aller Patienten, die über Brustschmerzen klagen, haben wirklich Probleme mit dem Herzen. In ca. 4% der Fälle liegt ein Herzinfarkt vor.

Dies soll nicht dazu verleiten Brustschmerzen nicht ernst zu nehmen, denn im akuten Fall können auch andere Ursachen als ein Herzinfarkt lebensbedrohlich sein. Dazu gehören zB ein schwerer Angina-Pectoris-Anfall, eine Lungenembolie und ein Pneumothorax. Alles Erkrankungen die starke Brustschmerzen auslösen. Der sofortige Ruf der Rettung unter 144 kann Leben retten.

Skelett, Muskeln und Nerven

In vielen Fällen steckt hinter den Schmerzen ein sogenanntes „Brustwandsyndrom“. Dabei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die die Muskeln betrifft.
Aber auch Fehlhaltungen, degenerative Erscheinungen, Verletzungen, eine Gürtelrose oder Krebs-Metastasen können die Ursache sein.

Verdauungstrakt

Bei einer Refluxkrankheit kommt es durch zurückfließenden Magensaft zu Entzündungen im Brustbereich, die Schmerzen auslösen. Eine Gallenkolik oder eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung findet im Oberbauch statt und strahlt in den Brustraum. Diese Schmerzen sind nicht so einfach zu lokalisieren.

Lunge

Da das Lungengewebe selbst nicht schmerzempfindlich ist, verursacht nicht jede Lungenerkrankung Schmerzen in der Brust. Nur bestimmte Bereiche der Lunge verfügen über Schmerzrezeptoren. Dazu zählen die Luftröhre, die großen Bronchien und  das Brustfell. So kann eine heftige Lungenentzündung schmerzfrei verlaufen, während eine einfache Rippenfellentzündung starke Schmerzen verursacht. Eine akute Lungenembolie, Lungenhochdruck oder ein Pneumothorax kann Schmerzen auslösen, muss es aber nicht.

Die Psyche

Betroffene empfinden psychosomatische Schmerzen genauso heftig und deshalb lösen sie ebenso große Ängste aus. Panikattacken sind meist mit Brustschmerzen und einem Engegefühl verbunden. Auch Depressionen können Brustschmerzen auslösen. Bevor diese Zustände auf die Psyche zurückgeführt werden, müssen alle organischen Ursachen ausgeschlossen werden.

Natürlich kann es auch das Herz sein

Zu den gefährlichsten Ursachen von Schmerzen in der Brust gehören der Herzinfarkt und Erkrankungen der Hauptschlagader. Ein brennender und drückender Schmerz hinter dem Brustbein kann von einer Minderversorgung des Herzmuskels herrühren. Auch Herzklappenerkrankungen können die Ursache für herzbedingte Brustschmerzen sein.

Beim leisesten Verdacht eines lebensbedrohlichen Zustands rufen Sie bitte unverzüglich die Rettung. Bei anhaltenden und wiederkehrenden Brustschmerzen sollten Sie rasch einen Arzt aufsuchen. Die Ursachen können mannigfaltig sein. In den allermeisten Fällen kann mit einer gezielten Therapie der Schmerz gelindert werden - für ein Leben mit Qualität!


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