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Verschiedene Medikamente im Alter – den Überblick behalten

Im höheren Alter nimmt bei vielen Menschen die Anzahl der täglich einzunehmenden Medikamente zu, nur wird die Einnahme nicht immer ausreichend überprüft. Zum einen sind es mögliche Arzneimittelinteraktionen, die sich ungünstig auf die Gesundheit der Patienten auswirken können. Zum anderen ist eine dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente nach einem akuten Zeitraum vielleicht gar nicht mehr angemessen und somit überflüssig. Ärzte fordern daher, dass die Medikamentation jedes Patienten regelmäßiger überprüft werden müsse.

Vor diesem Hintergrund haben sich bereits einzelne Projekte gegründet, welche die Medikationen bestimmter Patienten anhand der Daten von Apotheken, Hausärzten und Altenhilfeeinrichtungen überprüfen und optimieren.

Dazu gehört beispielsweise das Projekt "InTherAKT" im Raum Münster, welches auf einer Internet-Plattform basiert, das gegebenenfalls patentiert werden soll.
In diesem Projekt wurde seit 2016 die Medikation von über 90 Patienten näher unter die Lupe genommen. Dabei stellten die Verantwortlichen fest, dass die Medikamenteneinnahme um bis zu 25 % verbessert werden konnte, nachdem die entsprechenden Daten und Einnahmeprotokolle überprüft wurden.

Die gesundheitliche Versorgung konnte teilweise sogar um bis zu 60 % verbessert werden, indem einzelne Medikamente gestrichen werden konnten, weil deren Einnahme zwischenzeitlich nicht mehr notwendig geworden war und unvorteilhafte Wechselwirkungen beobachtet wurden.

Die Wissenschaftler berichten, dass sich ernst zu nehmende Folgen von unerwünschten Arneimittelwirkungen häufig in Form eines unsicheren Gangs, eines Blackouts, einer Ohnmacht oder gar durch Stürze äußert, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Insbesondere für ältere Menschen ist es daher unabdingbar, dass die betreuenden Ärzte und Gesundheitsdienstleister stärker vernetzt zusammenarbeiten, damit sich die Medikation in einem übersichtlichen Rahmen gestaltet.

 

Herrmann, M.
Projekt InTherAKT zur Verbesserung der medikamentösen Versorgung im Alter

Geriatrie Report 12/2017; 12(4): 46.