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Flugreisen trotz schwachem Herzen

Fliegen ist Stress für den Körper, ganz besonders wenn das Herz bereits durch eine Erkrankung geschwächt ist. Bei einer Flugreise stellen Start, Landung, Klima und Luftdruck eine besondere Belastung für den Körper dar.

Was passiert beim Flug?

Normalerweise beträgt die Reiseflughöhe eines modernen Flugzeuges zwischen 10 und 15 Km. Die Kabinensituation entspricht etwa der Atmosphäre bei 2400 Metern auf der Erde. Dies verursacht körperliche Veränderungen, die der gesunde Mensch kaum wahrnimmt. Aufgrund des geringen Kabinendrucks resultiert eine niedrigere Sauerstoff-konzentration (Hypoxie) im Blut.Die Sauerstoffsättigung liegt dann bei einem Gesunden bei ca 90% im vergleich zu 98% auf Meereshöhe. Es kommt zu einem leichten Sauerstoffmangel, der durch eine um 5-10% höhere Schlagfrequenz des Herzens ausgeglichen wird. Startet ein Herz-Patient bereits mit einem niedrigeren Sauerstoffwert, so fällt die Sättigung noch steiler ab und der Blutdruck steigt an, genau wie die Durchblutung der Herzkranzgefäße, der Druck im rechten Herzen und in der Lungenarterie. Dadurch wird die Leistungsreserve des Herzens vermindert, was bei Menschen mit Herzerkrankungen zu Problemen führen kann.

Darf ein Herzpatient fliegen?

Chronische Herzerkrankungen sind nicht grundsätzlich ein Grund eine Flugreise zu verwehren. Ganz allgemein gilt dass die Erkrankung nicht zu weit fortgeschritten und zur Zeit der Reise klinisch stabil sein sollte. Wenn bei der Ergometrie mehr als 50% der Leistungsfähigkeit ohne Auffälligkeiten erreicht wird, besteht meist keine Flugeinschränkung. Allerdings sollte immer ganz individuell und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden.

Zu dem erhöhten Kabinendruck kommen noch ganz andere belastende Faktoren einer Flugreise hinzu: physische Anstrengungen durch schweres Handgepäck, lange Gangway, ev. Zeit- und Klima-Umstellungen am Urlaubsort aber auch psychische Belastungen wie zB Reisefieber, Flugangst, Stress und unvorhergesehene Reisekomplikationen. Herzkranke Menschen sollten auf jeden Fall Ziele wählen, die nicht ungewöhnlich kalt oder warm oder über 2000 Metern liegen und wo eine medizinische Notfallversorgung möglich ist.

Wichtige Reise-Vorkehrungen

Zuallererst sollten Sie rechtzeitig einen Besuch bei Ihrem Arzt einplanen, um Ihre Reisefähigkeit zu überprüfen, Ihre Medikamenten-Einnahme während des Fluges und während des Aufenthaltes anzupassen ( zB Thromboseprophylaxe), und Verhaltensregeln zu besprechen. Nehmen Sie ca. ein Drittel mehr Medikamente mit, als Sie für Ihren Aufenthalt benötigen. Tragen Sie eine Arzneimittelliste bei sich mit Namen des Medikaments, Liste der Inhaltsstoffe, Dosierung und Einnahmehinweise und ebenso ein mehrsprachiges ärztliches Attest über Ihre Diagnose und Behandlung.  Notwendige und wichtige Medikamente und ev Nitro Spray packen Sie am besten ins Handgepäck. Wenn Sie Entwässerungsmittel einnehmen, wählen Sie bei der Buchung einen Platz in der Nähe der Toiletten, denn der Sauerstoffmangel verstärkt den Harndrang. Plätze mit mehr Beinfreiheit sind ebenfalls zu empfehlen. Beginnen Sie Ihre Reise ausgeruht und stressfrei. An Bord des Flugzeugs sollten Sie Ihre Beine regelmäßig bewegen und trotz der trockenen Luft nicht viel mehr als eine Tasse pro Stunde trinken. Stents, Herzschrittmacher, Cardioverter-Defibrillatoren, Herzklappen nehmen keinen Schaden durch den Flug. Halten Sie Ihren Implantat-Ausweis bereit, falls Sie bei den Sicherheitskontrollen magnetisch abgetastet werden. Schließlich sollten Sie sich am Zielort Zeit und Ruhe zur Akklimatisation geben und nicht gleich mit anstrengenden Sightseeing-Touren beginnen.

 

Denken Sie daran: Was Gesunde anstrengt, kann Herzkranke überanstrengen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Reise - für ein Leben mit Qualität

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