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Empfohlene ergänzende Impfungen

 

Masern-Mumps-Röteln

Masern: Durch Viren hervorgerufene Krankheit, die über Tröpfchen übertragen wird. Es erkranken vorwiegend Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, die nicht geimpft sind. Diese zeigen oft einen atypischen und schweren Krankheitsverlauf.  Zuesrt grippale Symptome, dann typischer Aussschlag am ganzen Körper mit hohem Fieber. Als Komplikationen können Mittelohrentzündung, Lunegnentzündung und eine Hirnentzündung, die tödlich verlaufen kann, auftreten.

Mumps: durch Tröpfcheninfektion übertragene Viruserkrankung, die aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit vor allem im Kindesalter vorkommt. Neben Abgeschlagenheit, Fieber und anderen allgemeinen Krankheitssymptomen kommt es in erster Linie zur Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, wodurch die typischen "Hamsterbacken" entstehen. Während und nach der Pubertät kommt es bei männlichen Patienten in 10-30% zu einer Hodenentzündung mit zum Teil bleibender Unfruchtbarkeit.

Röteln: Ist eine Viruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird und meist im Kindsalter auftritt. Sie äußert sich durch Fieber, einen typischen Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten. Oft verlaufen Röteln auch ohne Beschwerden, sodass sie kaum oder gar nicht bemerkt werden. Röteln sind hochansteckend. Komplikationen sind recht selten, sofern Röteln nicht während der Schwangerschaft auftreten. Doch gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel werden sie zu einer Gefahr für das Ungeborene: Röteln können die Organe des Embryos schwer schädigen und sind somit eine medizinische Begründung für einen Schwangerschaftsabbruch.

Wer sollte sich unbedingt impfen?

Alle Personen, die keine Masern-Mumps-Röteln Impfung (MMR) bekommen haben (bzw. wenn keine Impfdokumentation oder Immunität vorliegt), sollten auch im Erwachsenenalter nachgeimpft werden. Vor allem 15-30jährige gebärfähige Frauen, Menschen mit schwacher Immunität und diejenigen, die im Gesundheitsdienst,  in der Betreuung von Immundefizienten oder Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten.

Achtung: Bei Frauen sollte jeweils 1 Monat vor und nach der Impfung eine Schwangerschaft vermieden werden.

Anmerkung: Pflichtimpfung für USA bei Studienaufenthalt


Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

MMR-Impfung wird in 2 Dosen im Abstand von min. 4 Wochen empfohlen, Auffrischung ist nicht notwendig. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist ein Abstand von 4 Wochen zu anderen Impfungen einzuhalten.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Antikörper- Bestimmung ist möglich, dient zur genaueren Abklärung des Immunstatus bei Schwangeren und nicht geimpften Frauen im gebärfähigen Alter bzw. nach Masern Exposition bei einem ev. Masernausbruch. AK Titer von 1:32 oder höher bedeutet dass der Schutz ausreichend ist.


Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die weltweit verbreitet und Ursache für die Hälfte aller Lungenentzündungensind. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Personen. Bei diesen Personen kann im Rahmen der Erkrankung auch eine Hirnhautentzündung oder eine Sepsis hinzukommen.

Wer sollte sich impfen?

Die Impfung wird bei Erwachsenen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Früher bei Vorliegen von: Chronischen Krankheiten v.a. der Atemwege (z.B. Asthma), Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, neurologischen Krankheiten, angeborenen oder erworbenen Immundefekten (z.B. Milzentfernung), vorm Organtransplantationen, bei HIV Infektion.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Empfohlen im Erwachsenenalter ab dem 50. Lebensjahr. Es gibt 2 verschiedene Impfstoffe, die sich in ihrer Wirkung ergänzen (Prevenar 13, Pneumovac 23) und daher alternierend gegeben sollen:

  • angeimpft mit PNC 13 à nach 1 Jahr PPV23
  • angeimpft mit PPV23 à nach 2 Jahren PNC13


Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Nein



Varizellen (Windpocken,  Feuchtblattern) und Herpes zoster (Gürtelrose)

Varizellen: Bei Erwachsenen verursachen Varizellen eine schwere Erkrankung; in der Schwangerschaft entstehen erhebliche Komplikationen  (Fehlbildungen des Kindes  bei Infektion innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen; schwere Krankheitsverläufe bei Infektionen während der Geburt).

Herpes zoster: Nach Ersterkrankung mit Varizellen verbleibt das Virus lebenslang im Körper. Bei Reaktivierung (nach vielen Jahren - die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu) entsteht die „Gürtelrose“. Dabei kommt es zu Fieber, starken Schmerzen und Bläschenbildung im betroffenen Hautareal. Der Impfstoff verringert das Risiko der Erkrankung um die Hälfte und das der Nerven-Schmerzen um 2/3.

Wer sollte sich unbedingt impfen?

Varizellen: Vor allem Frauen in gebärfähigem Alter ohne ausreichenden Antikörperschutz, bereits vor Eintritt der Schwangerschaft; Betreuungspersonen von Kindern ohne Antikörperschutz, Personal im Gesundheitswesen, v.a. Kinderabteilungen und Betreuung von Schwangeren und Immundefizienten.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Varizellen: 2 Dosen im Abstand von mindestens 6 Wochen, auch als Kombination Mumps-Masern-Röteln-Varizellen möglich. 

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Möglich, sinnvoll nur bei Frauen mit Kinderwunsch.


HPV (Humane Papillomviren)

Das Virus wird hauptsächlich durch Intimkontakte sexuell übertragen und verursacht Infektionen der Schleimhaut im Genitalbereich. Dadurch können  Krebserkrankungen im Bereich des Gebärmutterhalses, der Scheide, des Darmausgangs und des Penis ausgelöst werden. Die  Virusinfektion ist außerdem in über 90% aller Fälle Ursache für Genitalwarzen.

Wer sollte sich unbedingt impfen?

Die Impfung wird bei Frauen und Männern ab dem 9. Lebensjahr empfohlen. Eine Nachholung ist auch später und auch nach Infektionen sinnvoll, eine obere Altersgrenze bei Männern und Frauen besteht nicht.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Erwachsene werden nach der ersten Teilimpfung wird nach 1 und nach 6 Monaten erneut geimpft. Ob Auffrischungsimpfungen notwendig sind ist noch unklar, da noch nicht ausreichend Daten von Langzeituntersuchungen vorliegen.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

HPV Testung vor Impfung wird nicht empfohlen.


Meningokokken

Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und können nach einer Inkubationszeit von 3-4 Tagen zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen. Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Bewusstseinstrübung. Punktförmige Hautblutungen und Schock sind alarmierende Zeichen einer Allgemeininfektion und immer lebensbedrohlich. Es gibt verschiedene Bakterienstämme, die in unterschiedlicher Verbreitung auf der Welt vorkommen. Die Erkrankung verläuft in einigen Fällen tödlich.

Wer sollte sich impfen?

  • Beruflich exponierte Personen (Gesundheitsberufe)
  • Personen mit Immundefekten oder nach Milzentfernung
  • Schüler und Jugendliche, v.a. vor Auslandsreisen oder Schüleraustausch sowie vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung
  • Vor Reisen in Endemiegebiete (Afrika, Naher Osten, Indien, je nach Landes-Vorschrift)


Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Es sind 2 unterschiedliche Impfstoffe verfügbar:

  • 4-fach Impfstoff gegen die Serotypen ACWY (Menveo/Niemenrix; schützt gegen ca.  30% der Erkrankungsfälle): einmalige Impfung
  • 1-fach Impfstoff gegen den Serotyp B (Bexsero; schützt gegen ca. 70% der Erkrankungsfälle) : 2 Impfungen im Abstand von mind. 2 Monaten


Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Nein.