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Empfohlene Standardimpfungen für Erwachsene

 

Hinweis: Tetanus und Diphtherie werden gemeinsam in einer Impfung verabreicht; diese sollte mit Polio und Pertussis kombiniert werden (4-fach-Impfung)


Tetanus (Wundstarrkrampf)

Die Erreger kommen weltweit vor, sie finden sich im Straßenstaub und Blumenerde ebenso in Ausscheidungen von Nutztieren. Bei Infektion kommt es nach unspezifischem Krankheitsbeginn zu Krämpfen der Muskulatur (Kiefersperre). Lebensbedrohlich sind Lähmungen der Atemmuskulatur, die bei etwa 20-30% der Erkrankten, trotz guter intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten, zum Tod führen.


Wer sollte sich impfen?

Alle Erwachsenen, besonders nach Verletzungen.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter, die Auffrischung mit Kombinationsimpfung (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, ev. Polio) bei allen Erwachsenen nach 10 Jahren, ab 60. Lebensjahr alle 5 Jahre. Bei Versäumnis und einem Impfabstand von weniger als 20 Jahren wird die Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt. Bei längerem Impfabstand  wird mittels 2 Dosen im Abstand von 1-2 Monaten geimpft.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Möglich bei fehlender Impfdokumentation, bei Routineimpfung nicht sinnvoll.



Diphterie („Echter Krupp“)

Die Erreger der Diphtherie sind Bakterien, die in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Es kommt zu Fieber, Rachenentzündung mit grau-weißen Belägen und süßlichem Mundgeruch in Zusammenhang mit einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. In schweren Fällen kann die Halsschwellung zu extremer Luftnot führen. Die von den Bakterien produzierten Gifte verursachen eine Herzmuskelentzündung und Nervenlähmungen, die oft zum Tod führen.

Wer sollte sich impfen?

Alle Personen.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/wann Auffrischung)

Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter. Die Auffrischungsimpfung (Kombination mit Tetanus, Pertussis und Polio) sollte alle 10 Jahre, ab 60. Lebensjahr alle 5 Jahre durchgeführt werden. Bei Versäumnis mit Impfabstand, der weniger als 20 Jahre beträgt, wird mittels einer Dosis nachgeholt, bei längerem Impfabstand (>20 Jahre) mittels 2 Dosen im Abstand von 1-2 Monaten.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Möglich bei fehlender Impfdokumentation, bei Routineimpfung nicht sinnvoll.


Poliomyelitis („Kinderlähmung“)


Diese Viruserkrankung findet sich noch in einer Reihe von Entwicklungsländern. Die Ansteckung erfolgt über verunreinigte Nahrung, selten über Tröpfchen. Nach einer Inkubationszeit von 7-14 Tagen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen, da sich das Virus zunächst im Darm vermehrt. Gelangt es in das Zentralnervensystem kommt es zu asymmetrischen Lähmungen. Wird das Zwerchfell betroffen, kommt es zum Atemstillstand. Das Risiko dieser Form steigt mit dem Alter, es ist geringer bei Kindern, höher bei Erwachsenen.

Wer sollte sich impfen?

Erwachsene mit einer vollständigen Grundimmunisierung und einer Auffrischungsimpfung im Kindes- oder Jugendalter gelten als vollständig immunisiert. Auffrischung danach nur für: Reisende in Kontinente mit Zirkulation von Polioviren (Afrika, Asien). Auffrischungsimpfung für Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Gemeinschafts-unterkünften leben, sowie nach Einreise aus Gebieten mit Polio Risiko und Personal von betreuenden Einrichtungen.

Erwachsene ohne Grundimmunisierung sollen geimpft werden.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Grundimmunisierung routinemäßig im Säuglingsalter. Grundimmunisierung bei Erwachsenen entsprechend den Angaben des Herstellers. Auffrischung für Erwachsene bei Reisen alle 10 Jahre, ab 60. Lebensjahr alle 5 Jahre. Auch als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus, Diphtherie und Pertussis möglich.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Nein.


Pertussis (Keuchhusten)

Pertussis ist eine durch Tröpfcheninfektion übertragene akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. Bei Erwachsenen dauert die Erkrankung fast immer länger als 4 Wochen.  


Wer sollte sich impfen?

Alle Personen.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter. Die Auffrischungsimpfung (Kombination mit Diphtherie, Tetanus, ev. Polio) sollte alle 10 Jahre, ab dem 60. Lebensjahr alle 5 Jahre durchgeführt werden.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Nein.


FSME (Frühsommermeningoenzephalitis)

FSME wird durch Zecken übertragen. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung asymptomatisch, bei symptomatischem Verlauf kommt es 1-2 Wochen nach dem Biss zu einem grippalen Krankheitsbild. In einem Teil der Fälle folgt nach kurzem, beschwerdefreiem Intervall eine Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung, die mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und möglicherweise Koma einhergehen.

Wer sollte sich impfen?

Personen, die sich zumindest zeitweise in der freien Natur aufhalten.

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Grundimmunisierung erfolgt in 3 Teilimpfungen: 1-3 Monate nach der 1. Teilimpfung sollte die 2. Teilimpfung gegeben werden, 3.Teilimpfung erfolgt 9-12 Monate später, dann eine Auffrischung nach 3 Jahren. Danach Auffrischungsimpfungen alle 5 Jahre, ab dem 60. Lebensjahr alle 3 Jahre.

FSME nach Zeckenstich

Falls zu dem Zeitpunkt des Zeckenstichs noch nie FSME geimpft wurde, erfolgt die erste Impfung 4 Wochen nach dem Zeckenstich. Wenn der Stich innerhalb der ersten 2 Wochen nach der ersten Teilimpfung erfolgte, wird die 2. Teilimpfung 4 Wochen nach dem Zeckenstich verabreicht.

Passierte der Stich 2 Wochen bis 1 Jahr nach der 1. Teilimpfung, kann bis zu 48h nach dem Stich die zweite Teilimpfung erfolgen, über 48h erfolgt sie nach 4 Wochen.   

Dieses Procedere wird auch beim Impfabstand ab der 1. Teilimpfung von über 1 Jahr empfohlen, das BMfG empfiehlt in solchen Fällen auch eine serologische Kontrolle.

Nach der 2. Teilimmunisierung wird nach einem Zeckenstich  nach dem Impfschema weiter geimpft. Im Falle, dass seit der letzten Immunisierung über 10 Jahre vergangen sind, wird auch hier eine serologische Kontrolle empfohlen.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Da keine ausreichenden Langzeitdaten vorliegen,  geben Labors keine Auskunft über die Impfschutzdauer.


Influenza- („Grippe“) Impfung

Im Gegensatz zu den häufigen banalen grippalen Infekten ist die Influenza eine ernstzunehmende Viruskrankheit.Besonders bei Menschen über 50 Jahren trägt sie zu einer erheblichen Übersterblichkeit bei. Das Influenzavirus wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Symptome sind Fieber, Kopf-, Glieder-, Hals- und Brustschmerzen mit trockenem Husten. Bisweilen kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Die Krankheit dauert bis zu einer Woche, die Erholungsphase mit allgemeiner Abgeschlagenheit kann sich jedoch über einige Wochen hinziehen. Jedes Jahr sterben in Österreich mehr als 1.000 Personen an Influenza.

Wer sollte sich impfen?

Im Idealfall sollten sich alle Personen impfen, besonders empfohlen ist die Impfung bei: Personen mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens (chronische Lungen-, Herz-, Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Diabetes Mellitus, Immundefekte), Schwangeren, Personen mit Übergewicht, Personen über 50 Jahren, Personen mit häufigem Publikumskontakt (öffentl. Verkehrsmittel), Betreuungspersonen (Spitäler, Altersheime, Haushalt) von Risikogruppen (Kinder, Altersheim). Reiseimpfung: Für Reisende besteht eine generelle Impfempfehlung (ganzjährlich).

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Wegen ständiger Veränderungen des Virus muss die Impfung jährlich erneuert werden. Die Impfung ist auch während der Influenza Saison (Oktober bis März) sinnvoll.

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Nein (Impfung des Vorjahrs hat keine Schutzwirkung, da das Virus seine Beschaffenheit ändert)


Hepatitis (Gelbsucht)

Das Hepatitis A-Virus wird über den Stuhl infizierter Personen verbreitet. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion, verunreinigte Nahrung und Trinkwasser. Durch die gute Hygiene tritt das Hepatitis A Virus in Österreich nur in Ausnahmesituationen (z.B.  bei Einschleppung nach Auslandsaufenthalten) auf. Diese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in Ländern mit niedrigen Hygienestandards. Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 6 Wochen. Die Erkrankung beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird in den meisten Fällen der Urin dunkel und der Stuhl hell, schließlich entwickelt sich eine Gelbfärbung der Haut. Der weitere Verlauf ist unterschiedlich, oft leicht, besonders bei Kindern. Gelegentlich kommt es bei Erwachsenen zu schwereren und länger anhaltenden Krankheitsbildern (bis zu einigen Monaten). Selten kommt es zu einem heftigen Verlauf mit akutem Leberversagen, das zum Tode führt. Dauerschäden treten nicht auf.


Das Hepatitis B-Virus wird über Blutprodukte, unsterile Instrumente (z.B. bei Tätowierungen, Drogenabhängigen) sowie beim Geschlechtsverkehr übertragen. Oft beginnt die Krankheit wie bei Hepatitis A mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Verfärbung der Haut, des Urins und des Stuhls. Das akute Stadium kann aber auch fehlen. In ca. 10 % der Fälle geht die Krankheit in einen chronischen Verlauf über, es entwickelt sich eine Leberzirrhose und in vielen Fällen ein Leberkrebs. Ca. 600.000 Menschen sterben weltweit pro Jahr an der direkten Folge einer HB-Virusinfektion.

Wer sollte sich impfen?

Hepatitis A: Die Impfung wird jedem empfohlen, der sich und seine Angehörigen davor schützen möchte oder ins Ausland mit höherer Hep. A – Verbreitung fährt, insbesondere:

  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Ersthelfer, Reinigungspersonal, Personal medizinischer Einrichtungen, alle in Lebensmittelbetrieben und Gastronomie/Küchen/Catering tätige, Kinderbetreuungseinrichtungen, Kanalisations- und Klärwerkpersonal, Personal plasmafraktionierender Unternehmen, Militärpersonal


Hepatitis B: Seit 2005 sollen laut WHO alle Personen geimpft werden; insbesondere:

  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen, Dialysepatienten
  • Alle in medizinischen Berufen tätige Personen, auch SchülerInnen und Studentinnen dieser Berufe.
  • Ersthelfer, Reinigungspersonal, Personal medizinischer Einrichtungen, bei häufigem Gebrauch oder Hantieren von Plasmaprodukten,
  • Kontaktpersonen von Hepatitis B Erkrankten/Trägern,  bei riskantem Sexualverhalten, Drogenabhängige
     

Details zur Impfung (Wie oft/welche Abstände/Auffrischung)

Hepatitis A Einzelimpfstoff: 2 Teilimpfungen in Abstand von 6 Monaten, Auffrischung nach 20 Jahren

Hepatitis B: Grundimmunisierung im Säuglingsalter.
Einzelimpfstoff: 3 Teilimpfungen in Abstand von 0/1/6 Monaten; beschleunigtes Schema 0/1/2/12 Monate; Schnellimmunisierung 0/7/21 Tage / 12 Monate.  Auffrischung nur nach Titerbestimmung (nur bei Risikopersonen vorgesehen)

Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B: 3 Teilimpfungen: 0/1/6 Monate. Für Reisende ist ein Schnellschema möglich: 0/7/21 Tage / 12 Monate.

Anmerkung: Wenn eine Hepatitis Infektion durchgemacht wurde, sind Impfungen gegen das entsprechende Virus nicht nötig (lebenslanger Schutz nach Erkrankung)

Ist Antikörper-Bestimmung möglich bzw. sinnvoll?

Ja, insbesondere bei Hep. B.: Da individuelle Unterschiede im Ausmaß der Bildung von Antikörpern vorliegen, kann nur eine Bestimmung der im Blut verfügbaren Antikörpermenge über die Dauer des Impfschutzes und den idealen Zeitpunkt einer Auffrischungsimpfung Auskunft geben. Die Titerbestimmung erfolgt frühestens 1 Monat, am besten 6 Monate nach der letzten Teilimpfung der Grundimmunisierung.