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Meine Frage an die Praxis

AKUTE BRUSTSCHMERZEN: was soll ich tun?


Ist ein akuter Brustschmerz immer gefährlich?

 

Grundsätzlich sollte man bei einem akuten Brustschmerz  zunächst von einer bedrohlichen, instabilen Situation ausgehen. Wobei akut „schnell“ oder „plötzlich auftretend“  aber auch „heftig“ bedeutet.

Sobald Anzeichen für akutes Kreislaufversagen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, vorangegangene kürzere Ohnmachten, kalter Schweiß, Atemnot in Ruhe und/oder eine ausgeprägte Angst vorliegen, sollte man umgehend den Notarzt rufen.

Es kann ein Herzinfarkt, oder auch eine andere gravierende Erkrankung wie eine Lungenembolie vorliegen.

Bei Frauen zeigt sich ein Herzinfarkt oft mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit und einem Druckgefühl oder Engegefühl statt starker Schmerzen.

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Ursachen für einen akuten Brustschmerz, die nicht so unmittelbar gefährlich sind. Diese zu differenzieren ist oft nur mit modernen Diagnosemethoden und der Erfahrung eines spezialisierten Arztes möglich.

 

Deshalb ist es wichtig akute Brustschmerzen immer ernst zu nehmen. Sie sollten auf jeden Fall so rasch wie möglich Kontakt mit ihrem Arzt aufnehmen. Steht die Möglichkeit eines Herzinfarkts im Raum, so sollten Sie unverzüglich den Notarzt rufen.
 

Und bedenken Sie: Es ist besser einmal zu viel den Notarzt zu rufen, als bei einem Infarkt zu spät zu kommen.

Woran erkenne ich einen Herzinfarkt?
 

  • Starke, länger als 5 Minuten anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein, manchmal ausstrahlend in den linken Arm oder in beide Arme, in Hals, Kiefer, Schulterblätter, Oberbauch oder Nacken (siehe Abbildung).
     
  • Engegefühl, heftiger Druck oder Brennen im Brustkorb
     
  • Blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß auf Stirn und Oberlippe
     
  • Atemnot, Unruhe
     
  • Evtl. Übelkeit, Erbrechen (vor allem bei Frauen)
     
  • Vernichtungsgefühl, (Todes-)Angst
     
  • Schwindel, Schwächegefühle, evtl. Bewusstlosigkeit
     
  • Bei Frauen mit Herzinfarkt können Schmerzen im Brustkorb fehlen. Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch oder Atemnot sind manchmal die einzigen Beschwerden
     
  • Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Nicht selten verursacht ein Herzinfarkt bei Diabetikern nur geringe oder untypische Symptome. Wenn Menschen mit Diabetes über Schmerzen im Brustkorb klagen, muss das sehr ernst genommen und umgehend abgeklärt werden!


Wie sieht erste Hilfe bei akutem Brustschmerz bzw. angenommenem Herzinfarkt aus?

 

Die wichtigste Regel lautet: Keine Zeit verlieren und die Notrufnummer wählen.

Richtiges und rasches Vorgehen ist überlebenswichtig!

Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Situation, in der jede Minute zählt. Da sie für die Angehörigen beziehungsweise die Ersthelfer ebenfalls sehr dramatisch ist, treten immer wieder Fehler auf, die unnötig Zeit in Anspruch nehmen – für den Betroffenen kann dies tödlich enden.

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie beim Verdacht auf einen Herzinfarkt beachten:

Den Rettungsdienst rufen: 144

  • Nicht zögern, sondern sofort den Rettungsdienst rufen. Auch nachts und am Wochenende.
  • Immer zuerst einen Rettungswagen rufen, nicht den Hausarzt oder Verwandte/Nachbarn alarmieren – das könnte wertvolle Zeit kosten.
  • 144 wählen und Verdacht auf Herzinfarkt äußern. damit die Leitstelle sofort richtig reagieren kann.
  • Namen, Adresse und eine Rückrufnummer hinterlassen.
  • Beschreiben Sie, wie man Sie rasch findet, und sorgen Sie dafür, dass das Haus bei Dunkelheit gut beleuchtet ist.
  • Nicht einfach auflegen – die Leitstelle führt und beendet das Gespräch, wenn es keine Rückfragen mehr gibt.
  • Rettungsdienst nicht mit ärztlichem Not- und Bereitschaftsdienst verwechseln: Der ärztliche Not- und Bereitschaftsdienst ist kein Rettungswagen, sondern ein Arzt, der nachts und an Wochenenden den Hausarzt ersetzt. Es kann sehr lange dauern, bis er eintrifft. Bei Herzinfarktverdacht am besten immer direkt die 144 wählen.
  • Nicht selbst in die Klinik fahren! Auch das könnte unnötig Zeit kosten. Der Notarzt kann eine lebenswichtige Erstversorgung leisten.Außerdem kann bei einem Infarkt die Situation rasch gefährlich werden, z.B. wenn Herzrhythmusstörungen auftreten.

 

Dem Betroffenen helfen, wenn er bei Bewusstsein ist:
 

  • Mit erhöhtem Oberkörper bequem lagern, damit das Herz entlastet wird. 
  • Enge Kleidung öffnen, wie Gürtel, Kragen oder Krawatte, damit der Erkrankte besser atmen kann.
  • Den Betroffenen beruhigen, Stress und Aufregung möglichst vermeiden.
  • Nicht allein lassen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Es kann zu einem Kreislaufstillstand kommen, bei dem der Patient wiederbelebt werden muss.
     

Wiederbelebung, wenn der Betroffene keinen Puls mehr hat und nicht atmet.
 

Wenn Bewusstlosigkeit vorliegt und keine Atmung mehr festzustellen ist, hat der Patient einen Kreislaufstillstand. In einem solchen Fall muss man sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, denn bereits wenige Minuten, in denen das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt wird, können zu Schäden führen.


Sie dürfen keine Angst haben, dem Betroffenen Schaden zuzufügen oder ihn gar zu verletzen. Zögern kann schaden: Wer dem Erkrankten Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt leistet, tut sein Möglichstes – und etwas zu tun, ist besser, als nichts zu tun.

 

Eine Anleitung für Herzmassage und Beatmung können Sie zB auf der Website des österreichischen roten Kreuz ansehen.




Wie soll ich mich verhalten, wenn der akute Brustschmerz auftritt während ich alleine bin? 

 

Zunächst sollten Sie Panik vermeiden und beherzt handeln.

Das erste was Sie tun müssen, ist die Rettung zu rufen – dafür gelten alle Regeln wie oben beschrieben.

 

  • Öffnen Sie alle beengende Kleidung und setzen Sie sich bequem mit erhöhtem Brustkorb hin.
     
  • Wenn möglich, rufen Sie jemanden herbei, der Ihnen beistehen kann. Diese Person sollte sich bereits in Ihrer Nähe befinden. Ein Nachbar oder ein Passant, vergeuden Sie keine Kraft Familienangehörige, die weit entfernt sind, anzurufen.
     
  • Wenn Nitrospray im Haus ist, nehmen Sie eine oder zwei Sprühstösse, auf keinen Fall mehr.
     
  • Öffnen Sie Fenster oder Türe, aber achten Sie darauf, dass Sie nicht frieren und decken Sie sich leicht zu.
     
  • Wenn es Ihnen möglich ist, öffnen Sie die Türen, damit die Rettung rasch zu ihnen finden kann. Wenn die Rettungs-Sanitäter die Türe erst aufbrechen muss, kann das wertvolle Zeit kosten.

 

Bei all dem sollten Sie möglichst ruhig bleiben und keine Panik aufkommen lassen.
Versuchen Sie an ein schönes Erlebnis zu denken und möglichst gleichmäßig zu atmen.

 

Hilfe wird rasch bei Ihnen sein.

 

 


Wenn es nicht das Herz ist, was kann es noch sein?


Schmerzen in der Brust können sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Sie können leicht, stark, stechend, drückend oder brennend sein. Die Schmerzen können beim Atmen, bei Belastungen, bei bestimmten Bewegungen oder auch unabhängig davon auftreten. Auch die Dauer und Häufigkeit von Brustschmerzen kann ganz unterschiedlich auftreten. Harmlose und bedrohliche Erkrankungen können sich ganz ähnlich äußern.

 

  • Schmerzen in der Brust können mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber verbunden sein. Meist handelt es sich dann um eine Infektion.
  • Kann der Schmerz durch Druck von außen verstärkt werden und ist er eher punktuell und stechend, weist dies auf muskuläre Ursachen oder Erkrankungen der Knochen (Wirbelsäule, Rippen, Gelenke) hin.
  • Erkrankungen der Speiseröhre führen oft zu starkem Brennen hinter dem Brustbein.
  • Auch eine Lungenentzündung kann akut auftretende und stetig zunehmende Schmerzen in der Brust auslösen, ganz besonders bei Beteiligung des Rippenfells.
  • Ganz besonders heftige Schmerzen (Vernichtungsschmerz) verursacht eine akute Lungenembolie oder Gefäßwandprobleme der Körperschlagader.

 

In all diesen Fällen ist eine rasche Abklärung durch einen Arzt und damit verbunden der sofortige Einsatz von medizinischen Gegenmaßnahmen angezeigt. Rufen Sie also ohne zu zögern die Rettung unter 144.

 

Auch Brustschmerzen, die schon länger bestehen, die nicht mit zusätzlichen gefährlichen Symptomen verbunden sind, müssen abgeklärt werden. Wir sind gerne für Sie da. Gleich Termin vereinbaren.