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Meine Frage an die Praxis

ATEMNOT

Was hilft akut bei Atemnot?

Atemnot macht Angst, sprachlos und schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Die Ursachen können vielfältig sein: Asthmaanfall, Herz- oder Lungen-Erkrankung oder aufgrund psychosozialer Umstände. Atemnot fühlt sich immer bedrohlich an. Panik verschlimmert den Zustand meist noch.

In der Akutsituation – hilft als erste, schnelle und wichtigste Maßnahme das AUSATMEN!

Erst durch ausatmen ist es anschließend wieder möglich dass Luft in die Lungen gelangen kann. Wird nicht ausgeatmet, kann der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, da die Luft nur oberflächlich verschoben wird. Gut hilft es, gegen leicht aufeinandergelegt Lippen auszuatmen. Man spricht auch von Lippenbremse.

Weiters hilft:

  • Hochlagerung des Oberkörpers
  • Öffnen einengender Kleidung
  • Fenster öffnen
  • Sich zum geöffneten Fenster setzen, so dass Luftzug, Wind und Bewegung von Blättern wahrgenommen werden kann.
  • Kaltes säuerliches Getränk zu sich nehmen zB Zitronenlimonade.
  • Mit einem Fächer, einem Handventilator oder einem Stück Papier das Gesicht kühlen und mit spürbarem Luftzug erfrischen.
  • Immer wieder bewusst ausatmen.


Patienten, die immer wieder unter Atemnot leiden, können bis zu einem gewissen Grad lernen damit umzugehen.

  • Den Auslöser für Atemnot kennen und vermeiden ( zB Allergene)
  • Die verordneten Medikamnet richtig einnehmen
  • Atem erleichternde Positionen kennen und einnehmen
  • Entspannungstechniken erlernen
  • Atemtechniken für Belastungen zB Sport erlernen
  • Angepasstes körperliches Training
  • Immer wider bewusst ausatmen

 

 

Ich habe von der Sprache der Atemlosigkeit (language of breathlessness) gehört. Was ist damit gemeint?

Mediziner sprechen von der Sprache der Atemlosigkeit, weil Patienten auf ganz unterschiedliche Weise diese Gefühl beschreiben.

Hier einige Beispiele:

  • Ich atme so schnell
  • Ich kann nicht einatmen
  • Ich kann nicht ausatmen
  • Ich bekomme nicht genug Luft
  • Ich bekomme keine Luft
  • Ich muss mehr atmen
  • Mein Atem ist schwer
  • Ich fühle mich atemlos
  • Ich habe Lufthunger
  • Ich kann schwer atmen
  • Meine Brust ist wie zusammengeschnürt
  • Ich habe ein Engegefühl in der Brust
  • Ich habe ein Erstickungsgefühl
  • ....dann galube ich, ich ersticke.
  • Das Atmen ist so anstrengend
  • Ich atme so oberflächlich
  • Ich muss ans Atmen denken



Die Empfindung von Atemnot ist stark mit der Wahrnehmung einer unangenehm gesteigerten Atmung verbunden. Ebenso spielt die Art der Belastung, bei der die Atemnot auftritt eine wichtige Rolle. So wird zB die beschleunigte Atmung während des Sports vom Gesunden in der Regel nicht als Atemnot empfunden.

Atemnot ist demnach eine erschwerte oder gesteigerte Atmung bei einer Belastung, von der man nicht erwarten würde, dass sie zu einem der oben beschriebenen Empfindungen führt.

 


Deutet Atemnot immer auf ein Problem mit der Lunge?

Zeitlebens atmet jeder Mensch unentwegt ein und aus. Trotzdem dieser automatisierte Vorgang meist unbemerkt erfolgt, ist er keineswegs simpel. Sowohl das Großhirn, als auch Zentren im Hirnstamm sind daran beteiligt. Rezeptoren halten die Atemmuskulatur unter Kontrolle und sorgen dafür, dass der Gasaustausch und die dafür notwendigen Regelkreisläufe ohne Unterbrechung funktionieren. Störungen in diesen Regelkreisläufen führen zu Atemnot. Solche Störungen können durch Erkrankungen verschiedener Organe hervorgerufen werden.

Neben Ursachen wie dem Verschlucken von Gegenständen, Insektenstichen in der Luftröhre und infektiösen Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder grippale Infekte, können ganz unterschiedliche akute als auch chronische Erkrankungen Auslöser für die empfundene Atemnot sein.

Ist das Herz betroffen, so können zB Herzinfarkt, Herzinsuffizienz wie Linksherzschwäche oder Rechtsherzschwäche, Herzbeutelentzündung oder Herzklappenfehler für die Atemnot verantwortlich sein.

Erkrankungen der Lunge wie zB COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Asthma, Lungenkrebs machen sich meist durch eine erschwerte Atmung bemerkbar.

Zu den chronischen Erkrankungen, die unter anderem mit Atemnot einhergehen können, gehören Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, Adipositas, Diabetes, Anämie und Reflux.

Aber auch Schmerzen ganz generell, Angst, Panikattacken und Schock führen dazu, dass die Luft wegbleibt.

 


Wieso hilft es in ein Plastik- oder Papier-Sackerl zu atmen, wenn ich Enge-Gefühle in der Brust bekomme, weil ich zu schnell aus- und ein-atme?

Hyperventilieren nennt man es, wenn vermehrtes Ein- und Ausatmen vorliegt.

Dabei verschiebt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut durch das Abatmen von zuviel Kohlendioxid in den basischen Bereich. Durch ein- und ausatmen in ein Plastik- oder Papier-Sackerl wird ein Teil des abgeatmeten Kohlendioxids wieder eingeatmet und die Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts normalisiert sich wieder. Psychische und/oder medikamentöse Beruhigung hilft den Zustand wieder auszugleichen.

Der Ursache der Atemnot sollte auf den Grund gegangen und entsprechend therapiert werden. Atmen in ein Sackerl kann nur eine einfache und schnelle Akuthilfe darstellen.

 

 


Ich habe immer wieder allergische Asthmaanfälle. Schadet das meinem Herzen?

Bei einem Asthmaanfall wird nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz belastet.

Betroffene können entgegen der der Annahme, nicht ausreichend ausatmen, so dass die Luft nicht ehr aus der Lunge entweichen kann. Das bläht die Lunge auf so dass der druck das Herz verformen kann. Tritt dies gehäuft auf, so kann es zu einem sogenannten „Cor pulmonale“ kommen. In diesem Fall arbeitet die rechte Herzkammer gegen den Druck an und verdickt sich durch die zusätzliche Anstrengung. Diese Überanstrengung kann wiederum zu einer Herzschwäche führen.

Allergien können auch Herzmuskelentzündungen aufgrund des geschwächten Immunsystems hervorrufen. Auch die ständige Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Bronchien begünstigen Entzündungen des Herzens.

Um so früh wie möglich das Herz zu schützen, sollten die Ursachen für allergische Reaktionen umgehend herausgefunden werden. Neben dem Vermeiden der Allergene, sollte eine gezielte Therapie durchgeführt werden. Leichter Ausdauersport stärkt auch für diesen Fall das Herz. Selbstverständlich sollte bei schweren Allergien oder bestehenden Herzproblemen auch für die sportliche Betätigung der Arzt zu Rate gezogen werden.