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Meine Frage an die Praxis

Herzinfarkt

Woran erkenne ich einen Herzinfarkt?

Betroffene Menschen erleben einen Herzinfarkt ganz unterschiedlich. Manchmal bleibt er sogar unbemerkt, dann handelt es sich um einen stummen Herzinfarkt. Frauen und Männer zeigen ebenso etwas unterschiedliche Symptome.

Charakteristische Symptome sind:

  • Drückender Brustschmerz
  • Ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm, Rücken und Hals
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot, das Gefühl zu ersticken
  • Todesangst
  • Herzrasen
  • Schweißausbruch
  • Blässe
  • Schwacher Puls
  • Schwindelgefühl bis zur Bewusstlosigkeit

Bei Frauen oft auch Übelkeit bis zum Erbrechen, starke Müdigkeit und kalter Schweiß

30 bis 50% der Herzinfarkte treten ohne vorherige Schmerzen quasi „aus heiterem Himmel“ auf. Häufig sind die beschwerden diffus und können nicht genau lokalisiert werden. Sie strahlen auch auf größere Areale aus.

Bei Verdacht so rasch wie möglich 144 wählen!


Was ist ein stummer Herzinfarkt?

Wenn ein Herzinfarkt von dem betroffenen nicht bemerkt wird, wird er als „stummer Herzinfarkt“ bezeichnet. Jeder vierte Herzinfarkt zeigt gar keine oder nur leichte Beschwerden, die nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden.

Oft wird bei einer Untersuchung möglicherweise erst Jahre später der Infarkt entdeckt. Das zerstörte Herzmuskelgewebe lässt sich im EKG durch Veränderungen der aufgezeichneten Zacken erkennen. Da ein stummer Herzinfarkt erst viel später entdeckt wird, ist es schwer im nachhinein zu eruieren, ob gar keine Beschwerden vorhanden waren, oder untypische Beschwerden fehlinterpretiert wurden.

Bei häufigerem Auftreten von Symptomen wie Schwindel, Atemnot, Brustschmerzen oder schnelle Abgeschlagenheit empfehlen wir die Herzaktivität regelmäßig kontrollierten zu lassen. Halten Brustschmerzen, auch wenn sie als nicht besonders arg empfunden werden, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen um eventuelle das Absterben von weiterem Herz-Muskelgewebe  zu verhindern.



Wie verhalte ich mich, wenn ein Angehöriger Symptome eines Herzinfarkts zeigt?

Bewahren Sie Ruhe und rufen Sie unverzüglich die Rettung unter 144.

Nicht selten versuchen Patienten alleine mit den Schmerzen zurecht zu kommen. Lassen Sie sich nicht irritieren und rufen sofort 144. Verzögerungen können tödliche Folgen haben. Versuchen Sie nicht den Hausarzt zu erreichen – das kostet wertvolle Zeit. Fahren Sie auch nicht selbst ins Krankenhaus. Ein Rettungswagen mit Notarzt kann sofort lebensrettende Maßnahmen einleiten.

Wenn Sie die Rettung gerufen haben, lagern Sie den Patienten mit etwas erhöhtem Oberkörper. Öffnen Sie beengende Kleidung und achten Sie darauf, dass er nicht friert. Sollten Sie Nitrokapseln dabei haben, geben Sie ihm eine oder 2 Kapseln - keinesfalls mehr.

Bleiben Sie bei ihrem Angehörigen und sprechen Sie ruhig um ihm die Angst zu nehmen.


Kann großer Stress Auslöser für einen Herzinfarkt sein?

Alleine durch eine heftige Stress-Situation werden keine Ablagerungen in den Gefäßen verursacht, allerdings kann es zu zum fatalen Auf- oder Abreißen einer Ablagerung an der Gefäßinnenwand kommen. Material davon wandert dann durch die Gefäße und verursacht möglicherweise einen Verschluss. Eine plötzliche Überschwemmung mit Stresshormonen, verursacht durch starke Gefühle wie Wut und Ärger, Strapazen oder körperliche Belastungen, begünstigt diesen Vorgang.

Gesunde Gefäße allerdings vertragen auch Aufregungen und Anstrengungen. Menschen mit bereits geschädigten Gefäßen oder entsprechenden Risikofaktoren sollten Strategien entwickeln, wie Sie mit Aufregungen und Belastungen zurecht kommen können. Sie sollten ihre Resilienz stärken und moderat Ausdauersport betreiben.



Starke Schmerzen in der Brust und Atemnot: was kann es außer einem Herzinfarkt noch sein?

Neben einem Herzinfarkt gibt es auch eine Reihe anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome auslösen können. Die Rettung unter 144 zu rufen kann in jedem Fall Leben retten.

Angina-Pectoris: ein schwerer Anfall fühlt sich an wie ein Herzinfarkt. Es kommt allerdings nicht zu Gewebeschädigungen.

Stress-Kardiomyopathie: Eine starke emotionaleBelastung führt zu einer Funktionsstörung des Herzmuskels mit ähnlichen Symptomen wie bei einem Herzinfarkt.

Gallenkolik: Wenn ein Gallenstein in den Gallenwegen hängen bleibt, kommt es zu starken Oberbauchschmerzen, die Brustschmerzen ähneln.

Roemheld-Syndrom: Magen und Darmprobleme führen dort zu starken Gasansammlungen, die sehr stark auf das Zwerchfell drücken können.

Herzneurose:Die große Angst vor einem Herzinfarkt führt zu dessen Symptomen.

Lungenembolie: Ein Blutgerinnsel verstopft die Lungengefäße. Das verursacht heftige Schmerzen und Luftnot. Es besteht Lebensgefahr.

Pneumothorax: Luft entweicht aufgrund eines Lecks aus der Lunge. Aufgrund der Einengung entsteht akute Atemnot und Schmerzen.

Lungenödem: Blut tritt in das Lungengewebe, oft aufgrund einer Linksherzschwäche. Starke Atemnot mit rasselnden Geräuschen ist die Folge.

Aortendissektion:  Ein Einriss in der Hauptschlagader ist mit starken Schmerzen verbunden und lebensbedrohlich.