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MEDIKAMENTEN-VERTRÄGLICHKEIT

Was soll ich tun, wenn ich bemerke, dass ich das Medikament nicht gut vertrage?

Zunächst stellt sich die Frage nach der Art, Beschaffenheit und Intensität der Beschwerden. Hat Sie der Arzt bereits auf diese mögliche Nebenwirkung / Wirkung hingewiesen? Können Sie die Beschwerden wirklich diesem einen Medikament zuordnen?

Sie sollten auf keinen Fall einfach auf die Einnahme des Medikaments verzichten. Es gibt einen guten Grund warum Ihnen ihr Arzt dieses Präparat verschrieben hat.
Aber nehmen Sie so bald wie möglich Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt auf. Es kann gut sein, dass Sie ein bestimmtes Medikament nicht so gut vertragen. In den meisten Fällen gibt es Alternativen, die es sich lohnt auszuprobieren. Es kann aber auch sein, dass sich diese Nebenwirkung nach einer Eingewöhnungszeit wieder legt - zB leichter Schwindel bei neuen Blutdruckmedikamenten, oder Ihnen ein anderer Einnahmemodus - wie zB bei manchen Diabetika - hilft. Möglicherweise liegt es aber auch an Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Diese Fragen können Sie nur gemeinsam mit ihrem Arzt abklären.
Angaben dazu wann die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten sind, wann sie nach der Einnahme des Medikaments auftreten, wie sie sich äußern und wie stark Sie dadurch beeinträchtigt sind, helfen Ihrem Arzt bei der Einordnung Ihres Problems und dem Finden einer Lösung.


Kann ich ein Medikament „umtauschen“, wenn ich es nicht vertrage?

Im Normalfall können Sie ein Medikament in der Apotheke nicht umtauschen oder zurückgeben unabhängig davon, ob die Packung bereits angebrochen ist. Die Apotheke kann ja zB nicht überprüfen, wie die Medikamente bei Ihnen gelagert wurden. Hatten Sie zB das Insulin gleich im Kühlschrank, oder stand das Auto für 2 Stunden am heißen Parkplatz? Ein solches Insulin könnte für den nächsten Patienten fatale Folgen haben.

Hat Ihnen die Apotheke ein frei verkäufliches Präparat empfohlen, liegt es im Ermessen der Apotheke, ob es gegen ein anderes Präparat umgetauscht wird.
Anspruch haben Sie keinen. Dies könnte nur unter besonderem Kundenservice laufen, denn das zurückgegebene Präparat ist nun für die Apotheke wertlos.

Sollten Sie ein Rezept für ein Medikament erhalten haben und es stellt sich heraus, dass Sie es wirklich nicht vertragen, kann Ihnen Ihr Arzt ein Rezept für ein Alternativ-Präparat ausstellen. Dafür benötigt es auf jeden Fall die Konsultation des Arztes.

Sie müssen dann nicht zuerst die Medikamente nehmen, die sie nicht so gut vertragen. Am besten bringen Sie diese in die Apotheke, dort wird die fachgerechte Entsorgung übernommen.

 

 

Wenn ich den Beipackzettel lese, stehen dort Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen. Wo liegt da der Unterschied?

 

Nebenwirkungen sind Beschwerden, die zusätzlich zur Hauptwirkung eines Arzneimittels auftreten aber nicht erwünscht sind. Sie werden auch als „unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ bezeichnet.

Wechselwirkungen sind die gegenseitige Beeinflussung zweier Arzneimittel oder eines Arznei- und eines Nahrungsmittels. Meist wird die erwünschte Wirkung abgeschwächt, aufgehoben oder unverhältnismäßig verstärkt.

Gegenanzeigen sind Erkrankungen, Beschwerden, Therapien oder Lebensumstände, bei denen das Arzneimittel überhaupt nicht angewendet werden darf.


Was ist eine Medikamenten-Allergie?

Meist handelt es sich um eine sogenannte Pseudo-Allergie, wenn ein Mensch typische Allergie-Symptome nach der Einnahme eines Medikaments zeigt.
Dies hat nichts mit Einbildung zu tun, sondern bezeichnet die Reaktionsmuster des Körpers. Während bei einer echten Allergie der Organismus Antikörper bildet, die zu den typischen Symptomen führen, sind bei einer Pseudo-Allergie andere Fehlfunktionen dafür verantwortlich. Die Symptome sind sehr ähnlich.

70 bis 80 Prozent aller Medikamenten-Allergien äußern sich durch Hautausschläge. Diese können sofort nach der Einnahme, oder auch bis zu 10 Tagen später auftreten. Meistens sind diese Ausschläge nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm. Antibiotika, Schmerzmittel und Kontrastmittel zählen zu den häufigsten Auslösern von allergischen Reaktionen. Diese Reaktionen können nicht nur direkt durch das Medikament selbst, sondern auch durch ein im Körper entstandenes Stoffwechselprodukt des Medikaments ausgelöst werden.

Gefährlich kann eine anaphylaktische Sofortreaktion werden. Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und das Herz-Kreislaufsystem sind dabei betroffen. Im Falle eines anaphylaktischen Schocks drohen Atemstillstand und Herz-Kreislaufversagen.

Ist eine Arzneimittelallergie oder Arzneimittel-Intoleranz gesichert oder sehr wahrscheinlich, muss der entsprechende Wirkstoff gemieden werden. Darüber muss jeder behandelnde Arzt informiert werden. Wir raten auch dazu einen Allergiepass immer mit sich zu fühen.


Warum muss ich bei jedem Besuch in der Ordination alle Medikamente wieder von neuem angeben?

Alleine anhand des Themas Medikamenten-Verträglichkeit, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kann man erkennen wie wichtig die Information für den Arzt ist, welche Medikamente Sie derzeit einnehmen. Es hat sich in unserer langjährigen Erfahrung herausgestellt, dass sich die Medikamente, die Patienten einnehmen, doch viel häufiger ändern, als es dem Patienten selbst bewusst ist. Da wird zB ein Medikament nur noch in der halben Dosierung genommen, der Orthopäde hat ein neues verschrieben oder es besteht kein Bedarf mehr.

Gerade wenn jemand ein Medikament bereits länger nimmt, besteht oft die Annahme, dies wäre bereits in unserer Patientenakte vermerkt. Aber auch das können wir nur überprüfen, wenn wir Ihre aktuelle Medikamenteneinnahme kennen.

Wir müssen auch immer bedenken, dass Beschwerden, die Sie uns angeben auch durch Medikamente oder deren Wechselwirkungen hervorgerufen sein können. Bei neu verschriebenen Medikamenten interessiert es uns auch immer, wie Sie mit der Einnahme zurecht kommen und wie es Ihnen damit geht.

Wir bitten Sie um Ihre Mitwirkung: Bitte bereiten Sie sich auf Ihren Termin in unserer Praxis vor und erstellen Sie eine komplette Medikamentenliste mit Angabe der Dosierung (mg) und Einnahmezeiten und tragen diese dann auch komplett in unsere Formulare ein. Hilfreich ist es auch, wenn Sie die Packungen, oder die Frontseite der Packungen mit allen Angaben mitbringen.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und die kleine Mühe uns immer wieder von neuem Ihre Medikamente bekanntzugeben.