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Meine Frage an die Praxis

Wie kann ich meinen Blutdruck senken?

Was kann ich selbst tun, um meinen Blutdruck zu senken?

Ein essenzieller Bluthochdruck lässt sich gut mit Änderungen des Lebensstils und blutdrucksenkenden Medikamenten behandeln. Bei einem Großteil der Patienten ist es notwendig beide Methoden gemeinsam einzusetzen.


Sie sollten sich fett- und kohlehydratarm ernähren, viel Obst und Gemüse zu sich nehmen, den Kochsalzverbrauch einschränken und mit dem Rauchen aufhören. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme von zentraler Bedeutung. Schon bei einer Gewichtsreduktion um fünf bis zehn Kilogramm sinkt der Blutdruck um etwa zehn mmHg. Gelingt es stark Übergewichtigen, zehn bis 15 Kilo abzunehmen, fällt der Blutdruck sogar um 15 bis zu 20 mmHg, was der Wirkung eines potenten blutdrucksenkenden Medikamentes entspricht! Ein weiterer Pfeiler ist regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauersport. Stressreduktion und aktives Stressmanagement mit Erholungspausen ergänzen diese Maßnahmen ideal.


Die ESC, European Society of Cardiology, empfiehlt in ihren Leitlinien:
 

Folgende Empfehlungen haben laut ESC den Empfehlunggrad I, entsprechend der Evidenz und allgemeiner Übereinkunft, dass eine Therapieform effektiv, nützlich oder heilsam ist.
 

  • Einschränkung der Kochsalzzufuhr auf 5-6g pro Tag 
  • Beschränkung des Alkoholkonsums auf nicht mehr als 20-30g pro Tag bei Männern und nicht mehr als 10-20g pro Tag bei Frauen
  • Erhöhter Konsum von Gemüsen, Früchten und Milchprodukten mit niedrigem Fettgehalt
  • Eine Gewichtsreduktion auf einen BMI von 25 kg/m2 und einem Taillenumfang von <102 cm bei Männern und < 88cm bei Frauen, falls keine Kontraindikation vorliegt
  • Regelmäßige Bewegung, zB moderates dynamisches Training, für mindestens 30 Minuten an 5 bis 7 Tagen pro Woche
  • Das Rauchen beenden

     

Welche Lebensmittel wirken Blutdrucksenkend?


Prinzipiell gilt: essen Sie salzarm, viel Obst und Gemüse, achten Sie auf die richtigen Fette und Kohlehydrate. Je besser Sie wissen aus welchen Bestandteilen Ihre Speisen bestehen, desto gesünder und blutdruckfreundlicher werden Sie sich ernähren. Der beste Tipp: kochen Sie möglichst oft selbst.


Besonders geeignet sind -  in Alphabetischer Reihenfolge:
 

  • Ananas

  • Bananen

  • Haferflocken

  • Joghurt natur, ohne Zucker

  • Kartoffel

  • Kiwi

  • Kräuter wie Petersilie, Bärlauch, Brennessel

  • Naturreis (der herkömmliche behandelte Reis hat keine blutdrucksenkende Wirkung)

  • Rote Rübe

  • Tomaten

  • Wassermelone


 

Warum soll ich auf mein tägliches Glas Wein verzichten?


Durch Alkohol werden die Blutgefäße kurzfristig erweitert, was sogar  zu einer vorrübergehenden Blutdrucksenkung führt. Wie sich die Wirkung des Alkohols in der Folge auswirkt hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie bei seelischer Erregung Alkohol konsumieren, wird er eher blutdrucksteigernd wirken. Dies erfolgt auch, wenn Sie dazu rauchen. Männer und Frauen reagieren unterschiedlich. Medizinische Fachgesellschaften sehen eine Menge von täglich 30g Alkohol für Männer und 20g für Frauen als blutdruckneutral an. Dies entspricht für Männer 2 Gläsern Wein oder Bier und für Frauen dementsprechend weniger.
 

Neue Forschungen haben gezeigt, dass es unter Alkoholkonsum zu einer erhöhten Ausschüttung von blutdrucksteigernden Hormonen kommt. Wegen dieser und weiterer ungünstiger Effekte auch auf andere Organe, wird Hypertonikern ein regelmäßiger Konsum von Alkohol abgeraten.

Für Sie bedeutet das: Ihr tägliches Gläschen Wein, wird Ihrem Blutdruck mit großer Wahrscheinlichkeit nicht schaden. Allerdings können Sie mit einer Beschränkung auf zB 3 Gläser in der Woche oder einem genussvollen Konsum nur bei besonderen Anlässen etwas dazu beitragen Ihren Blutdruck zu senken.




Mein Blutdruck schwankt je nach Tageszeit – wie kann ich dem entgegenwirken?
 

Der Blutdruck unterliegt bei den meisten Menschen über den Tag hinweg ganz typischen Schwankungen: dem sogenannten circadianen Rhythmus der Blutdruckwerte. In den Morgenstunden erfolgt der erste Gipfel, Mittags kommt es zu einem Abfall und am späten Nachmittag kommt es zu einem weiteren Gipfel. In der Nacht sollte der Blutdruck abfallen. Diese typischen Blutdruckveränderungen werden vom autonomen Nervensystem gesteuert und unterliegen nicht unserem willentlichen Zutun. Dieser Rhythmus ist sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Hypertonikern anzutreffen. Bei einer Langzeit- oder 24 Stunden Blutdruckmessung kann festgestellt werden, wie sich Ihr Blutdruck im Verlauf verhält und vor allem, ob es im Schlaf zu einer ausreichenden Blutdrucksenkung kommt.
 

Diese normalen Schwankungen sollen Sie nicht beunruhigen. Wenn Sie können, legen Sie Ihre Bewegungseinheiten in jene Zeiten der Blutdruckspitzen. Während des Sports kommt es zwar normalerweise zu einem Blutdruckanstieg, aber in der Ruhephase danach sinkt er deutlich ab. Oft liegt er dabei sogar unterhalb des Wertes vor dem Sport. Besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab welchen Werten Sie die sportliche Anstrengung unterlassen sollten.

 


Ich nehme bereits Blutdruckmedikamente. Kann ich mit Sport oder anderen Lebensstilmaßnahmen überhaupt noch eine Verbesserung  der Blutdruckwerte erreichen?


Die bei Hypertonie empfohlenen Lebensstilmaßnahmen entsprechen einem allgemeinen gesunden Lebensstil. Wenn Sie Anstrengungen unternehmen laut den Empfehlungen Ihren Lebensstil zu verbessern, tun Sie sich ganzheitlich etwas Gutes. Erfolge in der Umsetzung dienen der Prävention und Verbesserung vieler Krankheitsbilder.
 

Was den Blutdruck betrifft, führen die Empfehlungen zu ganz konkreter Senkung des Blutdrucks. Gelingt es zB stark Übergewichtigen, zehn bis 15 Kilo abzunehmen, fällt der Blutdruck sogar um 15 bis zu 20 mmHg, was der Wirkung eines potenten blutdrucksenkenden Medikamentes entspricht! Regelmäßige sportliche Betätigung trainiert nicht nur die Anpassungsfähigkeit des Blutdrucks, sondern senkt unmittelbar (nach dem Sport) und auf lange Sicht die Werte.
 

Wenn Sie bereits Blutdrucksenkende Medikamente nehmen, können Maßnahmen im Lebensstil dazu führen, dass Sie die Dosierung verringern oder sie ganz absetzen können. Wichtig ist es, dass Sie während der Umstellung Ihres Lebensstils Ihren Blutdruck im Auge behalten und regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle gehen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen die Therapie anpassen. Setzen Sie niemals ohne Rücksprache die Ihnen verordneten Medikamente ab!